Vernetzung ist Trumpf.
16. Februar 2009 – 01:14 von KelhimGute persönliche Kontakte waren schon immer ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Gerade die Mächtigen und Wohlhabenden legten, bevor die digitale Revolution hereinbrach, nur ungern offen, über welche Netzwerke sie verfügten. Doch in Zeiten von Facebook, Xing und Studivz hat sich dies scheinbar geändert. Der junge deutsche Adel ist vernetzt und zeigt dies auch. Was zu Urzeiten nur Diener und Hausmädchen und bis vor wenigen Jahren nur Klatschreporter wussten, kann nun auch der deutsche Michel von zu Hause aus recherchieren: Nämlich wer zu wem Beziehungen pflegt,
Stephanie Guttenberg, laut Spiegel Online eine Nachfahrin des Reichskanzlers Otto von Bismarck [1], ist die Frau des neuen Bundeswirtschaftsministers Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg. Frau Guttenberg nutzt das Internet sehr bewusst, denn während ihr Mann gegen die Rezession trommelt, schont Frau Guttenberg die Haushaltskasse durch Online-Preisvergleiche: “Ich würde mir nie etwas kaufen, egal ob MP3-Spieler oder Waschmaschine, bevor ich nicht im Internet die Preise verglichen habe.” [2] Damit die 32-jährige, die ihren Mann, laut BamS, auf der Loveparade kennen lernte, flüchtige oder langfristige Bekanntschaften nicht aus den Augen verliert, ist sie natürlich auch auf Facebook vertreten [3]. Ebenfalls mit von der Partie und mit Frau Guttenberg befreundet sind unter anderem: 4 Vertreter des Hauses Bayern, 6mal Fugger, 3mal Ribbentrop, 2mal Zu Sayn Wittgenstein, 2mal Von Stauffenberg und auch 2mal Oetker sowie ein Vice President von Morgan Stanley. Dass die dort aufgelisteten Personen real existieren, lässt sich leicht mit einer Sekundärrecherche über eine Internetsuchmaschine wie Google verifizieren.
Wenngleich die persönlichen Profile aller genannten Personen nicht freigeschaltet sind, so ist es trotzdem möglich die “Freundeslisten” komplett einzusehen. Eine solche Netzwerkanalyse liefert natürlich keine direkten Aufschlüsse über die Intensität eines Kontakts, dennoch sind diese Daten nun im Internet und frei für jeden zugänglich. Ob sich jemand für diese Daten interessiert, ob sie jemand auf Vorrat speichert, ob und wie sie jemand in Zukunft nutzen wird – all das kann gegenwärtig niemand sagen. Fest stehen zwei Dinge:
1. Data-Mining-Werkzeuge zur Analyse von sozialen Netzwerken sind spästens seit dem Enron-Skandal [4, 5] State-of-the-Art und können genutzt werden. Dies gilt natürlich nicht nur für prominente Profildaten.
2. Das Internet vergisst nicht.
[1]http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,607724,00.html
[2]http://www.bild.de/BILD/politik/2009/02/15/bundeswirtschaftsminister-guttenberg-ehefrau/stephanie-im-interview-teil2.html
[3]http://www.facebook.com/profile.php?id=1184337717
[4]http://jheer.org/enron/
[5]http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,360745,00.html
[Update, 16.02.09, 21:45 Uhr] Die Privacy-Settings von Stephanie Guttenberg wurden überarbeitet oder ihr Profil wurde gelöscht, jedenfalls ist ihre Mitgliedschaft nicht mehr offen auf Facebook einsehbar.










Ein Kommentar to “Vernetzung ist Trumpf.”
Sauber recherchiert. und geschickterweise hast du einen Namen getroffen, der fast zu oft gegoogelt wird wie Peter Fox und seine bescheuerten Affenmasken.
Verzapft von Frederik Wilhelmi am 16. Feb 2009 um 12:49 Uhr